Was ist das Web 2.0 ?

Kurz und knapp gesagt existiert das Web 2.0 überhaupt nicht. Es steht keine neue technische Entwicklung dahinter, es gibt also keine zweite Version des Internets. Erschaffen wurde der Begriff von Tim O'Reilly, dem Besitzer des gleichnamigen Verlages. Aber was bedeutet der Begriff? Er ist die Beschreibung einer Entwicklung, die erst seit Kurzem derartige Ausmaße erlangt hat. Das Internet ist personalisiert worden. Viele Menschen präsentieren sich mittlerweile in Blogs, auf "Profil"-Seiten, Foren, Chats und auf statischen Homepages und nutzen so das Internet für die Präsentation ihrer Individualität.

Aber man präsentiert sich nicht nur alleine. Auch die Vernetzung von Personen über Social-Networks, Wikis, Blogs, Foren, Bild- und Videoportale und auch Nachrichtenportale sind ein Merkmal des Web 2.0. Sprach man bisher von vier Gewalten in der Gesellschaft, Exekutive, Legislative, Judikative und den Medien - so gibt es seit Kurzem eine "Fünfte Gewalt": Die USER selbst.

Sie bestimmen die Gesellschaft mit. Durch Abstimmen (Voten), Kommentieren, Edieren und ins-Netz-stellen von Inhalten haben sie eine unglaubliche Macht erhalten. Ein Einzelner kann durch einen guten Blog zur "Internet-Berühmtheit" werden und Tausende lesen seine Beiträge. Das Neue ist, dass er eben nicht auf eine der vier o.g. Gewalten (besonders nicht auf die Medien) angewiesen ist. Die User bestimmen seine Popularität.

Viele Menschen, die bisher nicht viel im Internet surften, sind heute in Foren und Blogs vertreten. Man tritt einer Community (Gemeinschaft) bei und profiliert sich in ihr durch gute Beiträge und wird so zu einer Autorität unter den Usern. Innerhalb der Community gibt es widerrum oft Gruppierungen und eine Hierarchie. Die User mit der meisten Aktivität bekommen mehr Zuspruch und teilweise haben sie auch das Recht, andere Benutzer aus der Gemeinde auszuschließen (Moderatorenrecht, Adminrecht). Dies muss jedoch für die meisten der User nachvollziehbar sein.

Es existiert also auch eine Kontrollinstanz innerhalb der Gemeinschaft. Es gibt aber nicht eine Community, sondern unzählige mit vielen verschiedenen Themen. Eine aktuelle Entwicklung des Web2.0 ist, dass nun auch Randgruppen ihren Raum beanspruchen. Je spezieller die Randgruppe, desto enger hält die Community zusammen. Natürlich gibt es schon lange spezielle Foren im Internet, in denen sich enge Gemeinschaften gebildet haben. Nur ist seit kurzer Zeit die Anzahl dieser Foren exponentiell gestiegen, weil die breite Gesellschaft das Internet als gesellschaftliches Phänomen gefunden hat. Kaum jemand ist nicht irgendwo im Internet präsent.

Wirkungen

Als Marketing-Strategie gedacht, existiert das Web2.0 tatsächlich nicht nur als Internet-Phänomen, sondern als ein gesellschaftliches. Die Bedeutung lässt sich leider aus heutiger Sicht nicht einschätzen, ebenso wenig wie seine Wirkungen. Wenn die Entwicklung aber so rasant wie bisher fortschreitet, so wird Web2.0 sicherlich sicherlich noch für einige Überraschungen sorgen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Die Macht der "fünften Gewalt" liegt auf der Hand. Erstens ist sie weitaus schneller als die anderen Gewalten. Ein Forumsbeitrag ist innerhalb von wenigen Sekunden auf dem ganzen Globus verfügbar. Zweitens können tausende Menschen für eine Sache mobilisiert werden, die dann enormen Druck auf Regierungen und Medien ausüben können. Online-Votings haben eine besondere Bedeutung: Muss man doch nicht einmal das Haus verlassen, um seine Meinung zu verdeutlichen. Suchen sie sich ein - für sie - kontroverses Thema aus und geben sie es bei Google ein. Sie werden es finden. Aber das bedeutendste Phänomen ist, dass die Informationen in Reinform zugänglich sind und nur schwer gesteuert, vertuscht oder gepusht werden können. Denn die Community bestimmt was richtig ist und geht mit falschen Aussagen gnadenlos um. Ist eine bestimmte Information falsch, so wird sie negativ kommentiert oder schlecht bewertet und gilt so als unzuverlässig. Gefiltert wird sie also nicht mehr durch die Politik oder einen Herausgeber, sondern tritt ungefiltert in Reinform zutage. Der Wert von Informationen aus dem Web2.0 ist meist sehr hoch einzuschätzen. Hier gilt auch die Devise: Je größer die Community, desto besser. Lesen sie sich einen exzellenten Artikel aus derWikipedia durch. Klicken sie dann oben im Feld oder hier auf "Diskussion".

Willkommen im Web2.0.

 

Was ist Social-Bookmarking?

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